Die Geschichte der Feuerwehrkapelle Riesenbeck e.V.


Der Grundstein der Feuerwehrkapelle Riesenbeck e.V., mit Tradition seit 1899, wurde, wie der Name schon sagt, im Jahre 1899 innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr Riesenbeck gelegt. 4 Männer taten sich aus musikalischen Beweggründen zusammen und bildeten eine Gemeinschaft, die nunmehr seit 110 Jahren anhält. Es war jedoch besonders am Anfang nicht gerade leicht für den jungen Verein, denn die meisten „angehenden“ Musiker hatten im wahrsten Sinne des Wortes „von Tuten und Blasen“ keine Ahnung. Doch durch viel Ehrgeiz und Engagement wurden diese Probleme aus dem Weg geräumt.

Bereits nach einem Jahr Probenarbeit folgten die ersten Auftritte der Kapelle. Natürlich weckten diese auch ein gewisses Interesse in der Bevölkerung, was zur Folge hatte, das einige Leute mehr dem Orchester beitraten. Somit bildete sich mit der Zeit ein beachtlicher Klangkörper.

Während des 1. Weltkrieges existierte die Kapelle nur auf dem Papier, aber schon unmittelbar nach Kriegsende, wurde die Probenarbeit fortgesetzt. Als Ergänzung zur Blasmusik, hielt nun auch die Streichmusik, besonders bei Tanzveranstaltungen, Einzug in die Kapelle.

Im Jahre 1933 löste man sich von der Freiwilligen Feuerwehr und machte sich selbständig. Dies kann man den ersten vereinseigenen Schriften und Chroniken entnehmen. Jährlich wurde ein Jahresbericht angefertigt, der von öffentlichen Auftritten, vereinsinternen Feierlichkeiten und organisatorischen Belangen berichtet. Man kann sich vorstellen, dass man hier nicht nur Interessantes über die geschichtliche Entwicklung und den Werdegang der Kapelle erfahren kann, sondern das man beim Lesen auch hin und wieder ins Schmunzeln gerät. Dieser Effekt stellt sich besonders häufig bei den Berichten von den vereinsinternen Feierlichkeiten ein.

Mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges 1939 war der Feuerwehrkapelle vorerst ein Ende beschieden, da viele Musiker als Soldaten einberufen wurden. Drei Kameraden kehrten aus dem sinnlosen Völkerringen nicht zurück.

Die ersten Aufzeichnungen nach dem Krieg datieren vom 15. Februar 1949. Zweck der ersten Zusammenkunft war es, die Arbeit der Kapelle, die durch die Folge des Krieges zum erliegen gekommen war, wieder neu zu beleben. Vor allem am Aufbau einer Tanzkapelle, die einiges an Geld zur Anschaffung von Instrumenten und Noten einspielen konnte, wurde eifrig gearbeitet. Denn auf kulturellen Veranstaltungen wie Osterfeuer oder Prozessionen spielte die Blaskapelle nach wie vor unentgeltlich.

Die sehr guten Kontakte zu auswärtigen Vereinen führte oftmals dazu, dass die Tanzkapelle mehrere Tage unterwegs war. Ob in Recke, Steinbeck, Mettingen oder dem Dickenberg, auf vielen Hochzeiten und Schützenfesten, sorgten die Musiker mit ihren Darbietungen für gute Laune. Die Wege dorthin wurden meist zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigt . Heute erscheint dies mühsam, war jedoch zur damaligen Zeit völlig normal. Im ersten Jahr nach der Wiederbelebung des Vereins kamen die Musiker bereits bei sage und schreibe 97 Einsätzen zum Zuge. Besonders stolz war man in diesem Jahr auch auf das 50-jährige Vereinsjubiläum, das man 1949 im großen Rahmen feierte.

Die Entwicklung der Kapelle vollzog sich nur sehr langsam und man hatte durchaus einige Probleme Nachwuchs zu bekommen. Heutzutage schwer vorstellbar, wenn man sich die Struktur des Vereins so anguckt. Als im Juli 1974 das 75-jährige Vereinsjubiläum in Form einer Festwoche gefeiert wurde, zählte die Kapelle 20 Mitglieder. Zu diesem Anlass machte sie sich ein eigenes Geschenk und trat in neuer Uniform auf.

1976 gab es eine große und freudige "Neuerscheinung in der Kapelle. Bislang war das Musizieren lediglich den Männern vergönnt, doch damit war nun glücklicherweise Schluß. Denn mit Marion und Sigrid Achtermann wurden die ersten weiblichen Musiker in die Kapelle aufgenommen.

In den folgenden Jahren blieb die Mitgliederzahl fast gleich, kamen auch neue Mitglieder hinzu, traten andere teils aus beruflichen, teils aus familiären, aber auch einfach aus Altersgründen aus der Kapelle, zumindest aktiv, aus.

Erst Mitte der 80er Jahre gab es einen Aufschwung, als auf den Generalversammlungen neue Jungen und Mädchen aufgenommen werden konnten. Alle Neuaufnahmen dieser Zeit hatten etwas gemeinsam. Fast alle „Neulinge“ kamen aus den Familien der Mitglieder. Ein Zeichen dafür, das die Gabe zu musizieren auch mit in die Wiege gelegt wird. Hieraus resultierte, dass ab 1989 die Feuerwehrkapelle aus fast 40 Musikern bestand.

Regen Zulauf hatte die Kapelle in den 90er Jahren, als gleich 20 Jugendliche den Wunsch hatten, ein Instrument zu erlernen. Ausgebildet wurden sie von erfahrenen Mitgliedern. Nach 2 Jahren intensiver Ausbildung konnten sie 1996 in die Kapelle aufgenommen werden. Somit bestand die Kapelle aus 57 aktiven Mitgliedern. Erfreulicherweise fanden auch in den darauffolgenden Jahren immer wieder Jugendliche den Weg zur Feuerwehrkapelle, so dass man heute auf die stattliche Anzahl von 103 Musikern kommt.

In den folgenden Jahren erfolgte eine Umstrukturierung des Vereins. Denn die steigende Mitgliederzahl brachte auch mehr Arbeit für die Verantwortlichen mit sich. In Folge dessen wurde die ganze Arbeit „professionalisiert“. So richtete man sich zum Beispiel ein eigenes Büro im Riesenbecker Amt ein. Ein weiterer Schritt in diese Richtung war der Beitritt 1996 in den Volksmusikerbund Nordrhein-Westfalen e.V., der Dachorganisation für über 1000 Musikvereinigungen in NRW. Die Tradition, Gegenwart und Zukunft des aktiven Musiklebens zu pflegen, zu fördern, und weiterzuführen, ist einer der wichtigsten Aufgaben der Vereinigung.

1997 lud der Verein das erste Mal zu einem selbst organisierten Konzert in den Saal Stratmann in Riesenbeck ein. Man konnte 300 Zuhörer begrüßen und mit einem anspruchsvollen Programm, „Blasmusik im Wandel der Zeit“, begeistern.

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens erhielt die Feuerwehrkapelle 1999 die „Pro Musika“ Plakette vom damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau. Diese Auszeichnung wird als Anerkennung für die in langjährigen Wirken erworbenen Verdienste um die Pflege des instrumentalen Musizierens und damit um die Förderung des kulturellen Lebens verliehen. Natürlich feierte man das Jubiläum mit einer großen Festwoche gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Riesenbeck und dem Junggesellen Schützenverein, die ebenfalls auf 100 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken konnten, sowie dem Heimatverein Riesenbeck, der sein 75-jähriges Bestehen feierte. Auch ein großes Jubiläumskonzert unter dem Motto „In Harmonie vereint“ gehörte zum Festprogramm des Jubiläumsjahres.

Ein weiteres Konzert stand im Jahr 2002 auf dem Programm. Zusammen mit dem Akkordeonorchester Ibbenbüren war es den Musikern das erste Mal vergönnt, im Bürgerhaus Ibbenbüren aufzutreten, um eine Kostprobe ihres Repertoires darzubieten.

Im Frühjahr des Jahres 2003 wurde die Feuerwehrkapelle Riesenbeck in das Vereinsregister des Amtsgerichts Ibbenbüren eingetragen. Ebenso übernahm im Frühjahr dieses Jahres Annegret Berger das Dirigentenamt.

Einen riesigen Erfolg verzeichnete der Verein am 15. November 2003, als man fast 700 Zuschauer beim Konzert unter dem Motto "Welt der Musik" im Bürgerhaus Ibbenbüren begeisterte.

Beim Betrachten dieser geschichtlichen Eckpunkte kann man sehr schnell zu der Vermutung kommen, dass das Musizieren nicht immer nur ein Vergnügen, sonderen auch harte Arbeit an sich selbst und für den Verein beinhaltet. Das stimmt so auch, doch in all den Jahren kam und kommt auch die Geselligkeit nicht zu kurz. So stehen jedem Jahr mehrere vereinsinterne Feierlichkeiten wie Maigang, Sommerfest und Jahresabschlussfest auf dem Programm. Denn die Kameradschaft ist neben der Pflege der Blasmusik, auch heute noch oberstes Gebot der Bläser