Chor- und Musikfestival Riesenbeck erfreut sich großer Resonanz

Riesenbeck. „Den Regen vergessen und die Sonne ins Herz holen.“ Diese Anregung des Bürgermeisters Heinz Hüppe am Sonntagnachmittag fiel dem Publikum leicht. Denn beim „Riesenbecker Chor- und Musikfestival“ in der Halle Beermann brachte ein buntes Programm mit Chören und zwei Blaskapellen aus Riesenbeck und der Chorgemeinschaft der Stadt Hörstel die Gesichter der Musikfreunde zum Strahlen.

Viel Freude bereitete der Familienchor unter der Leitung von Hartmut Demand, in dem die Kleinsten mit Eltern und Großeltern erfrischende Beiträge lieferten. „Hei Pippi Langstrumpf“, Text Konrad Elfers, Musik Jan Johansson, war wohl allen bekannt – und bei „Juanita“ nach der Bearbeitung von Uli Führer konnten sich alle eine kleine freche Göre vorstellen, die macht, was sie will.Besonders viel Applaus bekamen die afrikanischen Folk Songs „Bela Mama“ und „Koko leo ko.“ Beim letzten Lied des bunten Chores, das von einem krächzenden Vogel handelt, gab Morphius Eurapson-Quaye aus Ghana den Trommel- und Liedton an. Mit seinen Trommelworkshops in Deutschland sammelt Morphius Geld für ein Bildungszentrum in seiner Heimat. So ließ Moderator Egbert Wiggers die Kinder nach ihrem Auftritt mit Körbchen eine Spende für diesen Zweck einsammeln.

Ausdrucksstark ließ Cantate ‘97 „Viva la musica“, Musik und Satz Ivàn Eröd, op 43 und „Odi et amo“ übersetzt: „Ich hasse und ich liebe“ nach Carl Orff ertönen. Die Liebesballade: „Weit weit weg“ Satz Lorenz Maierhofer, Musik und Text Hubert von Goisen, ließen sicherlich nicht nur den Moderator dahinschmelzen. Leopold Mozart hatte für seinen Sohn Wolfgang-Amadeus den höfischen Tanz „Bourrèe“ komponiert. Diesen brachte Cantate ohne Text zur Geltung. Und mit der Zugverbindung zwischen Wien und Triest beendete der Chor mit einem musikalischen Spaß dem „Vienna – Trieste.“

Das Blasorchester Frohsinn konnte aus seinem 75-jährigen Repertoire schöpfen, denn es hatte in diesem Jahr Jubiläum gefeiert. „Mein Heimatland“, der Marsch nach Sepp Neumayr und die „Südböhmische Polka“ nach der Bearbeitung von Franz Bummerl brachten launige Stimmung. Besonders vielseitig gestaltete das Orchester ein Medley nach Charly Ricaneh. „Dance with the Saragossa Band”, die sich 1977 gegründet hatte, brachte Erinnerungen an wunderschöne Evergreens.

Nach der Pause brachte „Gospel & More“ das Publikum in Schwung, denn es durfte mitgeklatscht werden. „Open the Eyes of my Heart” von Paul Baloche, „Ezulwini” nach Bertha Egnos/ Gail Lakier, „I almost let go”, Kurt Carr waren alle arrangiert von Micha Keding. Doch auch der Chorleiter Michael Breulmann hatte selbst zwei Stücke arrangiert: „Caravan of Love“ nach Ernest Isley, Chris Jasper und Marvin Isley sowie den Tanz aus Johannesburg „Pata Pata“ von der südafrikanischen Interpretin Miriam Makeba.

„Freude am Leben“ bescherte die Chorgemeinschaft Hörstel, die sich aus den Männerchören der Ortsteile zusammensetzt. Dieser slowenischen Volksweise nach Heinz Gernhold und Otto Groll folgte die irische Weise „Morning has broken“, allerdings nach dem Text und der Bearbeitung von Wilhelm Heinrich „Leuchtet der Morgen.“ Das Volkslied „Mus i denn“ von Heinrich Wagner, Satz Walter Rein, sowie „Freunde fürs Leben (Musik Rolf Marbot, Text Kurt Hertha), brachten Schwung in die große Halle.Mit dem Chorsatz von Jakob Christ „Im Abendrot“ nach Franz Schubert, verabschiedete sich die Chorgemeinschaft, die temperamentvoll von Alexandros Tsihilis dirigiert wurde.

Den Abschluss des musikalischen Nachmittags bildete die Feuerwehrkapelle mit dem Konzertmarsch „Viribus Unitis“ von Josef Bach und „Voices“ nach dem Arrangement Ron Sebregts. Mit dem Potpourri nach Dieter Thomas Kuhn, Arrangement Manfred Schneider, wurden alle Zuhörer es noch einmal an altbekannte Schlager erinnert.

Alle Chor- und Orchestermitglieder rief Egbert Wiggers zum Schluss noch einmal auf die Bühne und das Lied „Hoch auf dem gelben Wagen“ wurde gleich zwei Mal mit dem Publikum gesungen, das die Mitwirkenden eigentlich noch gar nicht gehen lassen wollte. 600 Stühle hatten die Organisatoren in die Halle Beermann getragen, sie alle waren besetzt, wobei natürlich auch die aktiven Sänger und Musikanten das Programm verfolgten. Der Erfolg machte die Veranstalter froh, denn die Vorbereitungen waren schon über ein Jahr gelaufen, erklärte Josef Uphoff, der sich bei allen bedankte, die zum Gelingen des Festivals beigetragen haben.


Erschienen am 28.10.2008
Quelle: IVZ-Online