Feuerwehrkapelle Riesenbeck glänzt im Ibbenbürener Bürgerhaus

Jubiläumskonzert 2010 Das Seniororchester der Feuerwehrkapelle Riesenbeck hatte für das Jubiläumskonzert im Bürgerhaus „Das Beste aus 111 Jahren“ ausgewählt.
(Foto: Brigitte Striehn)
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Ibbenbüren. Als die Kapelle vor 111 Jahren von vier Mitgliedern der Feuerwehr Riesenbeck gegründet wurde, war es mit den Instrumental-Künsten der musikbegeisterten Herren wohl nicht weit her. Sie hatten buchstäblich „von Tuten und Blasen keine Ahnung“, wie Moderator Bernd-Udo Seiffarth am Samstagabend den Auftritt der in historischen Uniformen steckenden „Gründungsmitglieder“ kommentierte. Der Vereinsvorsitzende Klemens Knappmeyer konnte das Publikum im fast voll besetzten Bürgerhaus in Ibbenbüren beruhigen: „Es wird besser!“

Er hatte nicht zu viel versprochen, denn in den nächsten drei Stunden brannten die Musiker ein Feuerwerk wunderbarer Melodien ab, das von konzertanten Walzern bis zu moderner Popmusik reichte. Das Programm haben die Musiker gemeinsam mit ihrer Dirigentin Annegret Berger zusammengestellt. „Das Beste aus 111 Jahren“ erklang und die Zuhörer waren begeistert.

Die Feuerwehrkapelle Riesenbeck bildet Kinder und Jugendliche aus, die später in das Jugendorchester aufgenommen werden. Unter der Leitung ihrer Dirigentin Anne Wilde zeigten die jungen Bläser, zwischen 12 und 17 Jahre alt, ihr Können. Die Suite „The Castle of Bray“ steigerte sich bis zur kraftvollen Lobeshymne am Schluss, während im Mittelteil ein zartes Menuett Ballatmosphäre anklingen ließ. Nach einem Medley aus dem Musical „Das Phantom der Oper“ verabschiedeten sich die Jugendlichen mit einigen Liedern, die auch den Erwachsenen aus früheren Zeiten oder dem Kinderkanal im Fernsehen bestens bekannt waren.

In der Pause gab es kühle Getränke und ein wenig Zeit zum Gedankenaustausch. Familie Lünnemann freute sich, dass keine „Volksmusik“ auf dem Programm stand. Die Mischung aus konzertanten Melodien und Musical gefiel dem Ehepaar aus Püsselbüren sehr gut. Ist Blasmusik auch etwas für junge Leute? „Auf jeden Fall, aber sie sollte modern sein“, antworteten Sabine Schräder und Stefanie Niemeyer aus Riesenbeck.

Bernd-Udo Seiffarth streute in seine Moderation ab und zu einige Eckdaten aus der Vereinsgeschichte ein. Aus den vier Feuerwehrleuten, die sich 1899 in vielen Proben nicht nur Flötentöne beibrachten, sind bis heute 133 Mitglieder geworden, die jedes Jahr viele Auftritte absolvieren. Können und Lust am Musizieren zeichnen die Kapelle aus. Davon konnten sich die Zuhörer im weiteren Verlauf des Abends ein Bild machen, denn die Vielfalt der Darbietungen war beeindruckend.

Die intensive Probenarbeit hatte sich gelohnt, auch die Solisten boten hervorragende Leistungen. Christiane Achtermann sang mit ihrer hinreißenden Stimme „Ich gehör nur mir“ aus dem Musical „Elisabeth“. Jörg Verlage und Tobias Achtermann spielten auf Tenorhorn und Trompete mit komplizierter Doppel- und Triple-Zungentechnik „Freut Euch des Lebens“.

Der zweite Teil des Konzertes begann mit der sinfonischen Dichtung „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss und dem Einmarsch dreier Dudelsackspieler der Gruppe „Claidhmhor Pipers“. Das Traditional „Scotland the Brave“ und „Highland Cathedral“ könnten als inoffizielle schottische Nationalhymne betrachtet werden, merkte der Moderator an. Mit dem Konzertmarsch „Hoch Heidecksburg“ hatte der Abend begonnen, mit einem Marsch als „Rausschmeißer“ endete er. Nach den „Alten Kameraden“ gab es minutenlangen Beifall.


Artikel von Brigitte Striehn
Erschienen am 22.11.2010
Quelle: IVZ-Online
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