Der Stabwechsel steht bevor: Annegret Berger übergibt Dirigentenstab an Kristian Palauneck

Stabwechsel bei Feuerwehrkapelle 10 Jahre dirigierte Annegret Berger die Feuerwehrkapelle, jetzt übernimmt Kristian Palauneck
(Foto: Stephan Beermann)
RIESENBECK. Nach zehn Jahren als Dirigentin der Feuerwehrkapelle gibt Annegret Berger den Stab weiter an ihren Nachfolger Kristian Palauneck. Beide Musiker gehören hauptberuflich dem Luftwaffenmusikkorps 3 in Münster an. Berger spielt dort Fagott, Palauneck (27), gebürtig aus Coburg/Bayern, Saxophon. Beide haben bei der Bundeswehr Musik studiert und sind dort Berufs- bzw. Zeitsoldat. Die IVZ sprach mit ihnen über die Feuerwehrkapelle und die musikalische Förderung junger Menschen.

IVZ: Frau Berger, wie haben Sie vor zehn Jahren zur Feuerwehrkapelle gefunden?

Annegret Berger: Ich habe einen Musikverein gesucht als Dirigentin. Dann wurde mir das von meinem Vorgänger Hubertus Rohlmann angeboten und ich bin dabei geblieben, weil mir das sehr viel Spaß gemacht hat. Mit den Leuten kommt man sehr gut aus.

IVZ: Was ist das Besondere dieser Kapelle?

Annegret Berger: Man versucht möglichst früh, die Kinder und Jugendlichen über den Unterricht und die Jugendkapelle hier hereinzuholen und zu integrieren.

IVZ: Wie viele Mitglieder hat die Kapelle?

Annegret Berger: Das Jugendorchester und das große Orchester zusammen etwa hundert.

IVZ: Was war Ihnen während Ihrer Zeit in Riesenbeck besonders wichtig?

Annegret Berger: Dass man sich musikalisch immer etwas weiter entwickelt und nicht auf der Stelle stehen bleibt. Dass man interessante Auftritte hat und die gestalten kann und auch in der Musikliteratur immer Fortschritte machen kann.

IVZ: Hat sich an der Musikrichtung etwas geändert?

Annegret Berger: Nein, gar nicht. Wir spielen Märsche, Polka und Walzer. Wir spielen aber auch ganz moderne Arrangements im Rock-Pop-Bereich, einfach alles.

IVZ: Quasi wie in einer Musikschule, oder?

Annegret Berger: Ja schon, das kann man so sagen.

IVZ: Wie lange dauert die Ausbildung des Nachwuchses?

Annegret Berger: Die fangen relativ früh mit einem Vororchester an und spielen ganz leichte Sachen zusammen, etwa ab acht Jahren.

IVZ: Welche Instrumente werden gelehrt?

Annegret Berger: Flöte, Klarinette, Saxophon, Trompete, Tenorhorn, Posaune und Schlagzeug.

IVZ: Die Musikschüler werden aber nicht alle im Orchester bleiben, oder?

Annegret Berger: Nein, heutzutage haben viele Kinder und Jugendliche totalen Freizeitstress. Uns kommt nicht gerade entgegen, dass sie so lange Schule haben mittlerweile. Die sind dann sehr ausgepowert und melden sich schon mal eher von der Probe ab, weil sie noch etwas lernen müssen für den nächsten Tag. Viele machen noch Sport, haben Training und Spiele am Wochenende. Das haben wir auch an den Anmeldezahlen gemerkt, die etwas rückläufig sind.

IVZ: Wo haben Sie am liebsten gespielt mit Ihrer Kapelle?

Annegret Berger: Da waren die Adventskonzerte bzw. Jahreskonzerte im Bürgerhaus oder die Platzkonzerte in Tecklenburg. Es ist natürlich immer schön, wenn viel Publikum da ist. Im letzten Jahr war der Große Zapfenstreich im Riesenbecker Stadion, das vergisst man nicht.

IVZ: Jetzt steht also der Wechsel bevor. Herr Palauneck, was ist Ihr erster Eindruck?

Kristian Palauneck: Ich bin schon bei Proben gewesen und war gleich überrascht, wie jung der Verein ist und wie frisch dort musiziert wird. Ich bin zuversichtlich, dass es eine schöne Zusammenarbeit wird. Der Verein ist auch menschlich toll. Man sieht, dass in der Jugendarbeit hier viel geleistet wird. Das ist was Tolles, auf das die Feuerwehrkapelle stolz sein kann.

IVZ: Haben Sie Vorlieben bei der Auswahl der Stücke?

Kristian Palauneck: Sicher werde ich versuchen, eigene Ideen mit einzubringen. Trotzdem werde ich die gewachsenen Traditionen beibehalten, ebenso das Repertoire, so wie es den Musikern gefällt: die Mischung von traditioneller Blasmusik wie Polka oder Märschen und neuer Musik aus Rock und Pop oder Musicalmelodien. Auch mit der modernen Unterhaltungsmusik werde ich viel Spaß haben.

Annegret Berger: Da darf man nie den Geschmack des Publikums vergessen, das muss man immer im Hinterkopf behalten, für wen man spielt und was die erwarten. Wenn ich ein Konzert im Bürgerhaus spiele, kann man nicht nur moderne Sachen geben. Denn unser großes, breites Publikum will etwas anderes hören.


Artikel von Stephan Beermann
Erschienen am 25.01.2013
Quelle: IVZ-Online
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